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Kreuzfahrt Seite1

Neun Familien inklusive acht Kindern, überwiegend aus dem Vorharzgebiet, waren vom 26. bis 30.06.2017 an dem niedersachsenweit ausgeschriebenen Segeltörn mit Familienseminar auf dem Zweimastklipper Wilhelmina im Ijsselmeer dabei. 

Der Segeltörn war sofort nach der Ausschreibung ausgebucht.

In Zusammenarbeit mit Initiatorin Ingrid Mumm vom Projekt Aids, Kinder und Familie hat Jutta Pein von AIDS-Hilfe Goslar e.V. in diesem Jahr die Organisation übernommen. Spenden der Michael-Stich Stiftung, der Deutschen AIDS-Stiftung und der AIDS-Hilfe Goslar e.V. ermöglichten dieses, wahrscheinlich einzige Angebot dieser Art, für Familien die mit HIV leben.

Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass alle Menschen mit HIV auch eine Familie haben. Im Kampf gegen Diskriminierung und Stigmatisierung fühlen sich die Betroffenen häufig allein gelassen. Umso wichtiger ist es, Netzwerke zu schaffen und den Menschen die Möglichkeit zu geben sich auszutauschen, eigene Ressourcen zu aktivieren und sich gegenseitig zu stärken.

Nach der Ankunft auf dem Schiff wurden die neuen Hilfsmatros*innen von Skipperin Harriet und dem Maat Douwe in die neuen Aufgaben eingewiesen. Alle Teilnehmenden segelten mit großer Freude und höchstmöglichen Einsatz, bei Regen, Wind und Wetter und bei Sonnenschein mit. Auch unter Deck waren alle aktiv bei der gemeinsamen Zubereitung der Mahlzeiten und der Versorgung der Kinder. Die Mahlzeiten waren so vielfältig wie die Hintergründe der Teilnehmenden. Es gab arme Ritter, traditionelles Essen von der Elfenbeinküste und natürlich holländische Spezialitäten, wie Kibbeling So gestärkt gingen Erwachsene und Jugendliche in die angebotenen Seminare. Diesmal kam die Referentin aus dem Kreis der HIV-Positiven. In einem geschützten Rahmen wurden Fragen zur Situation und dem Umgang mit dem Thema HIV innerhalb und außerhalb der Familie erörtert. Weitere Schwerpunkte waren der Umgang mit Erfahrungen von Stigmatisierung und Diskriminierung. Ebenso wichtig war die Auseinandersetzung damit, auf welchem Wege die Teilnehmenden ihre Diagnose erhielten und warum gerade Frauen erst sehr spät erfahren, dass sie HIV-positiv sind.
Die Botschaft am Ende: Wissen über Rechte von Menschen mit HIV, Kenntnisse der Leitlinien und deutliche Grenzsetzung bei Stigmatisierung stärken jede*n Einzelne*n. Sich mit anderen Familien zu vernetzen im Austausch zu bleiben ist für die Teilnehmenden ein gewünschtes und nachhaltiges Ziel.

Während des Segeltörns hat sich, wie im vergangenen Jahr, schnell ein Gemeinschaftsgefühl entwickelt. Das Konzept, das Segeln als verbindendes Element mit aktivem Einsatz (alle sitzen in einem Boot und ziehen an einem Strang), zu nutzen um die Gemeinschaft zu stärken, dadurch Kraft zu sammeln für die Auseinandersetzung mit familiären Belastungssituationen in einem geschützten Rahmen, ist aufgegangen. Die Teilnehmenden genossen die Gemeinschaft und die Möglichkeit sich auszutauschen. Der Umgang miteinander war freundlich und zugewandt. Da einige kleine Kinder an Bord waren, musste Geduld und Nervenstärke bewiesen werden.

Unvergesslich in Erinnerung bleiben werden auch die „weißen Nächte“ mit atemberaubenden Sonnenuntergängen zu später Stunde, wenn Ruhe auf dem Schiff eingekehrt war und alle Kinder in ihren Kojen schlummerten.

Am letzten Tag gab es noch ein überraschendes Ereignis: Skipperin Harriet kündigte in einer gefühlvollen Rede den rührenden Heiratsantrag eines Gastmatrosen an seine langjährige Lebensgefährtin an, welcher freudig angenommen und mit großem Applaus und abends bei einem schönen Eis gemeinsam gefeiert wurde.

Zum Abschluss bekamen alle Kinder und Jugendlichen eine, von Ingrid Mumm liebevoll gestaltete Urkunde für ihren Einsatz als Hilfsmatrosen, welche glücklich entgegengenommen wurde.

Im nächsten Jahr soll eine andere niedersächsische AIDS-Hilfe die Organisation übernehmen. Interessenten gibt es jetzt schon und eine Referentin hat ebenfalls Interesse bekundet. Damit dieses wichtige Angebot für Familien wieder stattfinden kann, werden Sponsoren gesucht. Bei Fragen dazu wenden Sie sich gern an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! von der AIDS-Hilfe Goslar e.V.

Gemeinsam mit den Organisatorinnen Jutta Pein und Ingrid Mumm bedanken sich die Teilnehmer 13 Erwachsene und 8 Kinder bei der Deutschen AIDS-Stiftung, der Michael-Stich-Stiftung, die dabei geholfen haben, das Familienseminar in diesem Jahr zu ermöglichen.

 

AIDS-Hilfe Goslar e.V.

Montag bis Freitag: 11 bis 14 Uhr, Offener Abend: Dienstag, 19 bis 21 Uhr

Breite Straße 18,  38640 Goslar, T: 05321 - 42 55 1, info@aidshilfe-goslar.de , www.facebook.com/aidshilfegoslar

Spendenkonto: Sparkasse Hildesheim Goslar Peine, IBAN: DE84 2595 0130 0030 0194 18, BIC: NOLADE21HIK

Termine:

23 Jan 2018;
07:00PM - 09:00PM
Offener Abend @ AHG
30 Jan 2018;
07:00PM - 09:00PM
Offener Abend @ AHG
06 Feb 2018;
07:00PM - 09:00PM
Offener Abend @ AHG
13 Feb 2018;
07:00PM - 09:00PM
Offener Abend @ AHG

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